Tierärzte

Die meisten Tierärzte sind als niedergelassene oder angestellte Tierärzte in einer Tierarztpraxis oder Tierklinik tätig. Das Tätigkeitsspektrum wird dabei vor allem von der Art der zu behandelnden Tiere bestimmt: Werden im Bereich der Landwirtschaft vor allem Nutztiere versorgt (Großtierpraxis), so betreuen Kleintierpraxen im städtischen Bereich überwiegend Heim- und Haustiere sowie Vögel. Fische nehmen, neben exotischen Kleintieren, schon ausbildungsbedingt einen geringeren Stellenwert in der tierärztlichen Versorgung ein (Ritter, 2007). Andere Praxen spezialisieren sich z. B. auf Chirurgie, Labordiagnostik, Pathologie oder Tiergärten.

 

In den 2000er Jahren zeichnete sich im Bereich der Kleintier- und Pferdemedizin eine weitere Spezialisierung ab. Der Anteil an Tierkliniken stieg stetig. Moderne diagnostische Verfahren wie MRT, CT und Doppler-Sonografie haben sich in den letzten zehn Jahren vor 2004 auch hier etabliert.

 

Tierärzte erheben für ihre Leistungen Honorare von den Tierbesitzern; in Deutschland sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) Mindestsätze festgelegt. Zuletzt wurden die Gebühren am 27. Juli 2017, nach 9 Jahren ohne Erhöhung, um 12 Prozent angehoben. Eine schwere Erkrankung des Tieres kann daher eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, für die entsprechende Versicherungen abgeschlossen werden können.

Laut der im Auftrag der Bundestierärztekammer erstellten Statistik waren am 31. Dezember 2016 in Deutschland 40.540 Tierärzte bei den Tierärztekammern gemeldet (Frauenanteil knapp 60 %). 29.646 von ihnen waren tierärztlich tätig (Frauenanteil 64 %, steigende Tendenz). Insgesamt 10.894 waren nicht bzw. nicht mehr tierärztlich tätig. Abzüglich der hier mit eingerechneten Doktoranden und Ruheständler waren 709 arbeitslos (abnehmende Tendenz), 1.635 übten den Beruf nicht aus und 1042 gingen einer berufsfremden Tätigkeit nach.

Das tierärztliche Studium ist nach wie vor attraktiv. Von Ende 2001 bis Ende 2006 hat die Gesamtzahl der Tierärzte um 3.362 zugenommen. An den veterinärmedizinischen Bildungsstätten waren im Wintersemester 2006/2007 6.522 Studenten immatrikuliert (Frauenanteil 86 %). Im Jahr 2006 legten 888 Studenten die Staatsprüfungen in der Fachrichtung Veterinärmedizin in Deutschland ab. Im Wintersemester 2016/17 waren 6351 Studenten immatrikuliert, der Frauenanteil lag bei 94 %, das Staatsexamen legten 902 Studenten ab.